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 Rechtsextremistischen Terror und geistige Brandstifter stoppen

 

Der 2006 in Liebenberg gegründete Freundeskreis Libertas e.V. erinnerte in zahlreichen Veranstaltungen, auf Herbstkonferenzen und in Projekten mit Schülern und Studierenden an den Widerstand der „Roten Kapelle“. Wir begannen uns mit besorgniserregenden antidemokratischen Aktivitäten der Neuen Rechten auseinanderzusetzen.

Mit Empörung nahmen wir die Äußerungen von AfD-Politikern nach dem Terroranschlag in Halle wahr, als lediglich eine massive Tür ein Blutbad an Jüdinnen und Juden in der Synagoge verhinderte.

"Warum lungern Politiker mit Kerzen in Moscheen und Synagogen rum?" So äußerte sich der ehemalige Vorsitzende des Rechtsausschusses des Bundestags Stephan Brandner (AfD) nach dem Terroranschlag auf die Synagoge in Halle. (1)  Brandner hat offensichtlich den Begriff „Rechtsausschuss“ falsch verstanden. Daraus kann man nur den Schluss ziehen: Es ist geistige Brandstiftung.

Die Beispiele selbstentlarvender verbaler Entgleisungen ließen sich beliebig fortführen. Alexander Gauland trat im Spätsommer 2017 als AfD-Spitzenkandidat im Bundestagswahlkampf dafür ein, die damalige Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration Aydan Özoğuz (SPD) nach Anatolien zu „entsorgen“. (2)

Marcel Grauf, Mitarbeiter für zwei Landtagsabgeordnete der AfD Baden-Württemberg, liefert die Erklärung dazu: "Immerhin haben wir jetzt so viele Ausländer im Land, dass sich ein Holocaust mal wieder lohnen würde." (3)

Da darf es nicht verwundern, wenn rechtsextremistische Terroristen die Sache selbst in die Hand nehmen und innerhalb eines Jahres in Wolfhagen-Istha (Walter Lübcke), Halle und Hanau eine Blutspur mit 13 Todesopfern hinterließen. (4)

Der oft zitierte Satz von Bertolt Brecht „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch“ hat 75 Jahre nach der Befreiung vom Naziterror eine alarmierende Aktualität. (5)

Was können wir tun? Neue Publikationen zur „Roten Kapelle“ vorstellen und auf ihre unterschiedliche Rezeption im Kalten Krieg eingehen sowie Nachkommen einladen von ihrer Familiengeschichte zu erzählen.

Reden werden wir über die von der Neuen Rechten  ausgehenden Gefahren, Kontakte zu Betroffenen und zivilgesellschaftlichen Initiativen knüpfen und Erfahrungen austauschen.

Unter Einsatz ihres Lebens haben Libertas und Harro Schulze-Boysen und ihre Mitstreiter über Jahre Widerstand gegen das Naziregime geleistet. Auch heute benötigen wir Mut und Zivilcourage, um Recht, Freiheit und Demokratie gegen Rassismus, Rechtsextremismus, Antisemitismus und Terrorismus zu verteidigen.

Wir gedenken der Opfer des Faschismus und des Rechtsterrorismus. Unsere Gedanken sind bei ihren Angehörigen und Freunden.

Joachim Rinn

Vorsitzender des Liebenberger Freundeskreises Libertas e.V.,

im Namen des Vereins

Liebenberg, den 02. April 2020

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(1)Zitiert nach: https://www.welt.de/politik/deutschland/article201774896/Attentat-in-Halle-AfD-Politiker-Brandner-loest-mit-Tweets-Empoerung-aus.htm

(2) Zitiert nach: https://www.tagesspiegel.de/politik/afd-spitzenkandidat-gauland-will-integrationsbeauftragte-oezoguz-in-anatolien-entsorgen/20244934.htm

(3) Zitiert nach: https://correctiv.org/faktencheck/politik/2020/02/05/die-meisten-dieser-zitate-stammen-von-afd-politikern-einige-sind-aber-unbelegt,

(4) Zitiert nach: https://de.wikipedia.org/wiki/Todesopfer_rechtsextremer_Gewalt_in_der_Bundesrepublik_Deutschland#Todesopfer_nach_der_Wiedervereinigung

 (5) Zitiert nach Bertolt Brecht im Epilog zu  "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui"(1941),  In: Bertholt Brecht Stücke, Aufbau Verlag Berlin, 1959, S. 365