Veranstaltungen 2011


 

Adventsfeier

des

Liebenberger Freundekreises

Libertas e.V.

 

Am:       18. Dezember 2011 (4. Advent)

In:         Liebenberg

Wir beginnen um 13:30 Uhr mit einer musikalischen Besinnung in der Liebenberger Kirche.

Anschließend haben wir Zeit über den sehr schönen Weihnachtsmarkt zu gehen.

Bei Kaffe und Kuchen, guten Gesprächen und gemeinsamen Singen feiern wir in der Nordischen Halle diesen 4.Advent.

 

Wir laden Sie dazu ganz herzlich ein.

Ihr Joachim Rinn

 


Zehn Morde, hundertmal Wegschauen, zehntausendmal Verharmlosen. Dazu noch ein ehemaliger oberster Thüringer Verfassungsschützer, der nicht nur auf dem rechten Auge blind ist, sondern auch noch Thesen der rechtsorientierten Geschichtsglättung neu zu beleben versucht. Es muss erschrecken, wenn geschickt versucht wird, neonazistisches Gedankengut in der Mitte der Gesellschaft zu beleben –  der Deutsche Michel möchte leider trotzdem nicht gestört werden!

Vor diesem Hintergrund kann der Liebenberger Freundeskreis nicht schweigen. Aus der leidvollen Geschichte der Roten Kapelle haben wir gelernt, dass es auch über weltanschauliche Grenzen hinweg unsere Demokratie zu verteidigen gilt und dass bereits Passivität eine Unterstützung von Neonazis und Rassisten darstellt. Wenn darüber hinaus noch Geschichte mit Behauptungen und nicht belegten Pseudo-Fakten den politischen Vorstellungen angepasst wird, wie im neusten Buch von dem früheren Thüringer Verfassungsschützer Helmut Roewer zur Roten Kapelle, dann wird es Zeit deutlicher zu reagieren.

Die Empörung über die Morde und das Aufblühen radikaler rechter Gedanken darf nicht eine Momenterscheinung bleiben, weil schon die Kennzeichnung als “Dönermorde“ die Verbrechen in die Migrationsecke und damit aus unseren Wohnzimmern heraus schiebt.

Deutschland war schon einmal auf dem rechten Auge blind. Man glaubte nicht an die Durchsetzungskraft extrem nationalistischer Parolen und schloss die Augen vor deren völkischer Radikalität. Man suchte einfache Antworten und wollte nicht gestört werden. Was geschah? Wenige Jahre später lebten die Deutschen in einer Diktatur, die sie in den Krieg führte.

Der Name von Libertas (Schulze-Boysen), die 1942 in Plötzensee hingerichtet wurde, bedeutet Freiheit, und die gilt es in unserer Demokratie aktiv zu verteidigen.  Wegschauen, Schweigen oder Verharmlosen ist nicht bloß falsch, sondern kann verhängnisvoll sein. Auf die vielen Fehler und ihre Ursachen heißt es angemessen, aber deutlich zu reagieren. Es gilt die Gegner der Demokratie, gleich ob als Einzelne, in Gruppen oder Parteien, und mögliche Sympathisanten in den staatlichen Institutionen öffentlich zu benennen und ihnen den Handlungsspielraum zu entziehen.

Im Namen aller Teilnehmer der Herbsttagung des Liebenberger Freundeskreises Libertas e.V.

Gisbert Boecker, Hans Coppi, Wolfgang Hauptmann und Joachim Rinn 



 Herbstkonferenz


Datum: 26.11.2011
 
Uhrzeit: Beginn um 14 Uhr im Seminarraum (Nordische Halle)

Im Mittelpunkt unserer diesjährigen Konferenz steht die Tänzerin Oda Schottmüller. Wir freuen uns Dr. Geertje Andresen für einen Vortrag über Oda Schottmüller gewonnen zu haben.

Nach dem Vortrag ist Dr. H. Coppi mit Dr. G. Andresen im Gespräch
 
Um 15:30 Uhr halbstündige Kaffeepause
 
Um 16 Uhr folgen Neuigkeiten aus dem Vereinsleben

Musikalisch wird unsere Herbstkonferenz von Dr. M. Schenk und dem Pianisten
B. Löffler begleitet.

Gegen 17:30 wird unsere Tagung beendet sein.

 

(Foto: S. Enkelmann: Oda Schottmüller)


 

Nachlese: Stolpersteine

Seit dem 5. August gibt es 2 Stolpersteine für Hans und Hilde Coppi  in der Seidelstraße 23, 13507 Berlin-Reinickendorf, Kolonie "Am Waldessaum".



 

 

Denkmal für die „Rote Kapelle“

Am Dienstag, den 24. Mai 2011 begann um Punkt 12 Uhr die Übergabe des ersten Denkmals für die „Rote Kapelle“ im Berliner Stadtbezirks Lichtenberg. 

Es steht in der Harro-Schulze- Boysen- Strasse 20, nahe der Frankfurter Allee.

Das Glockengeläut der nahe gelegenen St. Mauritius Kirche schien die Bedeutung dieses Geschehens unbeabsichtigt zu unterstreichen. Der Metallbildhauer Achim Kühn, Schöpfer des Denkmales, hat ein überzeugendes Kunstwerk geschaffen. Es besteht aus einer ca. 2 m hohen und 1m breiten  senkrecht stehenden rostigen Stahltafel. Im oberen linken Feld ist ein vergittertes Gefängnisfenster angedeutet. Der Rost weist auf die Vergänglichkeit der Naziherrschaft. Auf dem Sockel der Tafel liegt ein Stoß Flugblätter bestehend aus rechteckigen Stahlblechen. Die Flugblätter werden wie vom Winde aufgetrieben und wehen oben rechts über die Stahlplatte hinaus. 

Finanziert wurde das Kunstwerk aus dem Lichtenberger Fond für Erinnerungskultur. Vor der Enthüllung des Denkmals gab es verschiedene Redebeiträge, die durch einen Musiker mit Saxophon einfühlsam untermahlt wurden. 

Vor allem zwei Beiträge fand ich sehr eindrücklich. Zwei Schülerinnen der Mildred Harnack- Schule lasen einen fiktiven Abschiedsbrief von Mildred Harnack vor. Ich hatte den Eindruck, dass sie sich sehr gründlich mit dem geschichtlichen Hintergrund und seiner Bedeutung für die Gegenwart auseinander gesetzt haben. Hans Coppi sprach davon, dass die Erinnerungskultur in beiden deutschen Staaten stark interessengeleitet war, wobei die historische Wahrheit verfälscht wurde. Nun aber mit Öffnung der Archive nach der Wende ist es zum ersten Mal möglich eine realistische Darstellung der „Roten Kapelle“ aufzuzeigen. Hans Coppi schilderte die Mitstreiter als Menschen die in der Sehnsucht nach Vertrauen, Liebe und einem menschenwürdigen Leben verbunden waren und sich bewusst gegen das menschenverachtende Naziregime wandten. Sie verkörperten einen Lebensentwurf, der im deutlichen Widerspruch zur nationalsozialistischen Gesinnung stand. Die Frage, die sich Überlebende angesichts von 50 ermordeten Mitstreiten stellten, ob es sich den gelohnt hat, wurde mit einem klaren Bekenntnis beantwortet: Ja, es war die rechte Front. Coppi schlägt einen weiten Bogen in die Gegenwart. Faschismus ist keine Weltanschauung, sondern ein Verbrechen. Dieses Vermächtnis nötigt uns heute zu Widerstand, wo brauner Ungeist von sich reden macht.

Ich kann den Besuch dieses Denkmals nur empfehlen. Vom S-Bahnhof Frankfurter Allee sind es nur wenige Minuten.

 

 


Am Dienstag, den 24. Mai 2011,

dem 110. Geburtstag von Arvid Harnack,

wird um 12 Uhr das Denkmal für die Mitstreiter der Roten Kapelle vor der Mildred-Harnack-Oberschule, Schulze-Boysen-Straße 20, 10365 Berlin, mit einer Feierstunde der Öffentlichkeit übergeben.

 

Der Gedenkort entstand auf Anregung der Bürgerschaft dieses Wohngebietes und wurde finanziert aus dem Lichtenberger Fonds für Erinnerungskultur.

wir laden dazu herzlich ein. Das Programm finden sie hier.

 

 


 

 

Eine ungewöhnliche Frau – Zum Gedächtnis an Ilse Stöbe

Hans Coppi im Gespräch mit Elfriede Brüning und Irina Liebmann

wann: 24. Mai um 18 Uhr

wo: Robert-Havemann-Saal, Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Straße 4, Berlin


Ilse Stöbe gehört zu den Deutschen, die früh bereit waren, aktiv gegen das Hitlerregime zu kämpfen und deswegen im Jahr 1942 im Alter von 31 Jahren hingerichtet wurden. Im Mai 1911 geboren, wäre sie am 17. Mai 2011 hundert Jahre alt geworden.

Ilse Stöbe war ein Arbeiterkind aus dem Berliner Osten. Aus einfachen Verhältnissen kommend bewegt sich die junge Frau selbstsicher in der Welt der großen Berliner Presse der Zwanziger Jahre. Beim liberalen Berliner Tageblatt wird sie Sekretärin des legendären Herausgebers Theodor Wolff, der sie fördert. In dieser Redaktion begegnet sie Rudolf Herrnstadt (1903-1966), einem begabten Journalisten und Kommunisten. Sie verbindet eine langjährige enge Freundschaft. Nach unterschiedlichen und getrennten Wohn- und Arbeitsorten lebt sie von 1935 bis 1939 in Warschau, arbeitet für tschechische, Schweizer und andere Zeitungen. Über Rudolf Herrnstadt lernt sie den Diplomaten und Hitlergegner, Rudolf von Scheliha, kennen. Ende August 1939 flieht Rudolf Herrnstadt nach Moskau und wird im Auslandsnachrichtendienst der Roten Armee tätig, für den er und Ilse Stöbe bereits seit 1930/31 arbeiten. Ilse Stöbe kehrt nach Berlin zurück und findet 1940 eine Anstellung in der Informationsabteilung des Auswärtigen Amtes. Dort trifft sie erneut auf Rudolf von Scheliha. Dessen Informationen über die Vorbereitungen des Angriffs auf die  Sowjetunion leitet sie an Vertraute der sowjetischen Botschaft weiter. Nach dem 22. Juni 1941 bricht ihr Kontakt nach Moskau ab.

Als der  Funkentzifferungsdienst der Wehrmacht einen Funkspruch aus Moskau mit dem Namen und der Adresse von Ilse Stöbe entschlüsselt, nimmt die Gestapo sie am 12. September 1942 fest. Am 19. Dezember werden Ilse Stöbe und Rudolf von Scheliha wegen Landesverrats vom Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt und in den Abendstunden des 22. Dezember 1942 in Plötzensee ermordet.

Elfriede Brüning hat 2004 in ihrem Buch „Gefährtinnen“ einen Essay zu Ilse Stöbe verfasst. Irina Liebmann ist in ihrem viel beachteten Roman über ihren Vater Rudolf Herrnstadt "Wäre es schön? Es wäre schön!" auf Ilse Stöbe eingegangen.

Eine Veranstaltung der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) in Kooperation mit der Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte.

 

 


Rückblick auf das letzte Jahr 

 das Jahr 2010 war im Blick auf unsere Vereinsarbeit ein recht erfreuliches Jahr. Wir konnten unser Jugendprojekt „auf den Spuren der Roten Kapelle“ abschließen. Zwei Gruppen, eine kirchliche Jugendgruppe aus Velten und eine Konfirmandengruppe aus Oranienburg, haben bei unserem Herbsttreffen in Liebenberg ihre Arbeiten vorgestellt.

Die Ergebnisse haben uns sehr beeindruckt. Die Veltener haben einen Videofilm gemacht, die Oranienburger Gruppe ein Theaterstück. Während die Veltener durch ihre lockere Herangehensweise beeindruckten, überzeugten die Oranienburger durch ihre Aktualisierung des Themas „Widerstand „. Bei vielen Teilnehmern kam sofort der Wunsch nach einer Kopie des Films.

Dieser Wunsch kann gern erfüllt werde. Wenden sie sich an eine der Mitautoren der DVD,

Maria Glorius mail: mg@tcomperior.de.

Gegen einen kleinen Unkostenbeitrag wir Ihnen eine Kopie zugesandt.

Übrigens besteht für alle Interessenten die Möglichkeit den Film zu sehen.

Am Freitag, den 15. April um 19 Uhr wir der Film im Evangelische Gemeindezentrum in Velten (direkt neben der Kirche) gezeigt, Die Autoren sind mit dabei und gern zum Gespräch bereit.

Per Bus kann man sowohl vom Bahnhof Hennigsdorf, bzw vom Bahnhof Oranienburg mit der Buslinie 824 Haltestelle- Kirche- erreichen.

Auch das Theaterstück soll in der Oranienburger Kirche aufgeführt werden. Sowie der Termin bekannt ist werden wir ihn auf unserer Webseite bekannt machen.

Wir wünschen Ihnen ein gutes und erlebnisreiches Jahr 2011