Veranstaltungen 2014

Herbstkonferenz des Liebenberger Freundeskreises und Mitgliederversammlung

wann: 16.11. 2014

wo: Liebenberg

um: 14 Uhr (Mitgliederversammlung um 11 Uhr)

Das Thema der diesjährigen Herbstkonferenz läuft unter dem Motto: "I have a dream"

Im Mittelpunkt steht das Schicksal der Liane Berkowitz. In einem Theaterprojekt haben sich die Schüler der Anna-Freud-Schule das Schicksal von Liane Berkowitz angenommen und verarbeitet. Die Theateraufführung kommt nun nach Liebenberg.

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Liane Berkowitz war die Tochter des Konzertmeisters und Dirigenten Victor Wasiljew und dessen Ehefrau, der Gesangslehrerin Katharina Jewsienko. Die Familie floh 1923 aus der Sowjetunion nach Berlin. Schon bald nach dem Tod des Ehemanns heiratete die Mutter Henry Berkowitz, der Liane sofort adoptierte. Berkowitz sorgte dafür, dass Liane sich ab 1941 am Privatgymnasium Heilsche Abendschule auf das Abitur vorbereiten konnte. Dort schloss sie sich dem Freundeskreis um ihre Mitschülerin Eva Rittmeister und deren Ehemann John Rittmeister an, dem auch Ursula Goetze, Otto Gollnow, Fritz Thiel und Friedrich Rehmer angehörten. Unter Anleitung von John Rittmeister entwickelte sich der Freundeskreis zu einem Zirkel von Hitlergegnern, der später mit Harro Schulze-Boysen in der Widerstandsgruppe Rote Kapelle gegen das Nazi-Regime zusammenarbeitete. Sie verlobte sich mit Friedrich Rehmer und war bei ihrer Verhaftung von ihm schwanger. Am Abend des 17. Mai 1942 ungefähr 100 Klebezettel zwischen Kurfürstendamm und Uhlandstraße. Auf den Zetteln stand:

„Ständige Ausstellung – Das Naziparadies – Krieg – Hunger – Lüge – Gestapo – Wie lange noch?“

Damit wollten sie gegen die Ausstellung Das Sowjetparadies der Reichspropagandaleitung der NSDAP protestieren. Außerdem wollten sie zeigen, dass der antifaschistische Widerstand in Deutschland noch immer aktiv war. Liane Berkowitz wurde am 26. September 1942 verhaftet und angeklagt. Der Zweite Senat des Reichskriegsgerichts verurteilte am 18. Januar 1943 Berkowitz zusammen mit weiteren an der Klebeaktion beteiligten Freunden „wegen Beihilfe zur Vorbereitung des Hochverrats und zur Feindbegünstigung“ zum Tode.

Im Frauengefängnis Barnimstraße brachte Liane Berkowitz am 12. April 1943 ihre Tochter Irina zur Welt, die ab Juli 1943 von der Großmutter betreut wurde. Liane Berkowitz wurde am 5. August 1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Die Tochter Irina starb am 16. Oktober 1943 im Krankenhaus Eberswalde unter ungeklärten Umständen.